Permalink

0

Kalorien zählen – ja oder nein?

Kalorien zählen - sinnvoll?

Der Sommer steht vor der Tür und die Vorbereitungen für die Bikini/ Badehosenfigur laufen auf Hochtouren- oder sollten sie zumindest. Oft hat man im Winter etwas über die Stränge geschlagen und daher plagen sich viele mit dem Abnehmen. In der kalten Jahreszeit, speziell um die Feiertage, scheinen die Disziplin und der normale Menschenverstand einfach auszuschalten und man kann den Versuchungen nicht mehr widerstehen.

Wenn die Temperaturen ansteigen und die Kleidung knapper wird, bereut man das oft und ärgert sich nachträglich.Für viele wiederholt sich dieses Spiel jedes Jahr aufs Neue und die Frustration nimmt mit jedem Jahr mehr zu. Zu Beginn der Bikini Saison boomen Diäten, Sport und Abnehm- Programme und versprechen alle das selbe- abnehmen und top aussehen.

Doch warum gibt es so viele Programme, wenn man doch nur eines braucht das wirklich hilft? Und warum muss man es, wenn es hilft, jedes Jahr wieder befolgen?

Ein altbewährtes Prinzip hinter dem Abnehmen, ist das Kalorienzählen.

Das Kalorienzählen ist die Urform der Diät, die hinter vielen neuen Diät Konzepten steckt. Zum Beispiel IIFYM orientiert sich an diesem Prinzip und erfreut sich, gerade in der Fitness Industrie, grosser Beliebtheit. Auch andere Diäten, wie zum Beispiel Low Carb, Paleo, Monodiäten etc, arbeiten mit einem Kaloriendefizit, welches man allerdings ganz ohne zählen erreichen soll. Um also zu sehen wie sinnvoll Kalorienzählen ist und ob es wirkt, müssen wir erstmal einen Blick darauf werfen, warum der Körper abnimmt und was dahinter steckt.

Abnehmen- Prinzip

Die Frage, warum der Körper abnimmt, ist eine die sehr häufig gestellt wird. Gerade diejenigen, die sich mit dem Thema noch nicht viel auseinander gesetzt haben, glauben oft den erstbesten Diätversprechen. Das hängt zum einen damit zusammen, dass es einfacher ist etwas zu glauben, als es zu hinterfragen und zum anderen damit, dass man es einfach nicht besser weiss. Da es verschiedenste Formen von Diäten gibt, ist für so ziemlich jeden was dabei.

Das Prinzip hinter dem Abnehmen ist allerdings das folgende:

Kalorienkonsum>Kalorienverbrauch= Gewichtszunahme
Kalorienkonsum<Kalorienverbrauch= Gewichtsabnahme
Kalorienkonsum=Kalorienverbrauch= Gewicht bleibt gleich

Es ist also ganz einfach. Wenn man mehr Energie aufnimmt, als man verbraucht, nimmt man zu. Wenn man mehr Energie verbraucht als man zu sich nimmt, nimmt man ab. Wenn man genau so viel verbraucht wie man zu sich nimmt, bleibt das Gewicht gleich. Dieses Prinzip basiert auf Wissenschaft und ist daher nicht anfechtbar.

Es heisst so umgangssprachlich, dass ein Kaloriendefizit von 7.700 Kalorien pro Woche, zum Verlust von einem Kilogramm Körpergewicht führt. Das ist allerdings mit Vorsicht zu betrachten, da es sein kann, dass der Gewichtsverlust in Form von Muskel und nicht nur Fett, stattfindet. Das gilt es unbedingt zu vermeiden.

Generell, gibt es natürlich viele Menschen die sich beschweren und sagen, dass sie Kalorien zählen, unter ihrem Verbrauch sind und dennoch nicht abnehmen. Das ist allerdings wissenschaftlich unmöglich. Jeder der sich in einem Defizit befindet, nimmt ab. Wenn das nicht der Fall ist, dann befindet man sich nicht in einem Defizit und hat seinen Kalorienverbrauch zu hoch eingestuft.

Ich kann essen was ich will! Das andere Extrem sind diejenigen, die behaupten, dass sie essen können was sie wollen und einfach nicht zunehmen. Das mag der Fall sein, jedoch bedeutet das nicht, dass die Gesetze der Natur auf diejenigen nicht zutreffen, sondern nur, dass sie mehr oder gleich viel verbrauchen, wie sie zu sich nehmen. Das mag unterbewusst oder bewusst passieren, was keine Rolle spielt.

Wir wissen jetzt also, dass wir durch ein Kaloriendefizit abnehmen. Nun also die Frage, warum zählt nicht jeder einfach Kalorien und ist es sinnvoll? Nunja, die Antwort darauf ist vielfältig.

Vorteile vom Kalorien zählen

Kalorienzählen kann eindeutig beim Abnehmen helfen. Mit der Zeit lernen wir Portionen dann selbst abzuschätzen und wir lernen, welche Nahrungsmittel viele Kalorien liefern und welche weniger. Man lernt also sein Essen besser kennen, was ein riesen Vorteil ist um bewusster mit der Ernährung umzugehen. Man verinnerlicht also mit der Zeit eine gesunde Portionsgrösse und lernt, welche Nahrungsmittel empfehlenswert sind und welche nicht.

Man kann nicht bestreiten, dass Kalorien zählen, wenn man mit dem korrekten Wert arbeitet, eindeutig beim Abnehmen hilft. Man muss also nicht lange spekulieren und hoffen, dass die Diäten den versprochenen Effekt erzielen, sondern bekommt den Erfolg quasi garantiert. Wer sich an die Regeln hält, nimmt ab.

Ein weiterer Vorteil des Kalorienzählens ist, dass man dabei nicht auf gewisse Lebensmittel verzichten muss, sondern essen kann was man will, solange man in seinem berechneten Kalorienwert bleibt. Anders als bei Low Carb, Paleo oder bei den Monodiäten, muss man auf nichts verzichten und nimmt trotzdem ab. Man kann also alles genießen, solange man das in Maßen tut.

Gerade für Sportler und andere sehr aktive Menschen, ist Kalorienzählen ein äußerst wirksames Mittel um Leistung und Körper zu optimieren. Wer also genau wissen will, wieviel er seinem Körper am besten zuführt, der ist beim Kalorienzählen an der richtigen Adresse.

Nachteile vom Kalorien zählen

Seien wir mal ehrlich. Es gibt zwar Apps etc die das Zählen für uns übernehmen und irgendwann verinnerlichen wir die Portionsgrößen etc, doch bis dahin ist es ein schwerer und mühsamer Weg. Das ständige Messen und Wiegen der Nahrung ist wirklich lästig und schlägt sich mit der Zeit aufs Gemüt. Viele geben das Kalorienzählen nach kurzer Zeit wieder auf, da es einfach anstrengend ist.

Außerdem kann man auch ohne Kalorienzählen abnehmen. Man muss sich zwar immer noch in einem Defizit befinden um den Gewichtsverlust herbeizuführen, jedoch muss man nicht Kalorien zählen um ein Defizit zu erreichen. Manche kennen ihren Körper einfach gut genug um zu wissen, wann er in einem Defizit ist oder man befolgt eine der anderen Diäten, die einem helfen ohne zählen weniger zu essen und in einem Defizit zu landen.

Oft nimmt das Zählen und Messen auch den Spaß am Essen weg und macht es mehr zur Obsession. Das ist auf Dauer natürlich ungesund.

Ein anderes Problem beim Kalorienzählen, im Vergleich zu manch anderen ‘gesunden’ Diäten ist, dass man nicht auf die Qualität der Nährstoffe achten muss. Es geht lediglich um die Kalorienanzahl und nicht um die Nährstoff- oder Vitamindichte dieser. Auch ungesunde Lebensmittel sind erlaubt, solange der Kalorienwert stimmt. Wer sich also nur von Kuchen ernähren und dabei abnehmen will, kann das beim Kalorienzählen tun.

Normal ist das zwar nicht der Fall, jedoch gibt es viele andere Diäten die bei der Auswahl der Lebensmittel wesentlich strenger sind und mehr Wert auf Qualität legen.

Auch beim Kalorienzählen ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung möglich, jedoch braucht man dazu noch eine extra Portion Selbstkontrolle.

Fazit

Wer abnehmen, sein Gewicht halten oder einfach nur zunehmen will, der liegt mit Kalorienzählen goldrichtig. Ja, es ist mühsam. Allerdings ist es den Aufwand Wert. Wie gesagt, kann dasselbe Ergebnis auch ohne Zählen erreicht werden, jedoch muss man dazu seinen Körper gut kennen oder einer anderen Diät folgen, die oft noch viel restriktiver ist als Kalorienzählen. Es ist nicht umsonst die ‘Urdiät’ auf der die meisten anderen Diäten basieren. Wissenschaftlich erwiesenes Abnehmen ist natürlich reizvoll, wenn man genau das erzielen will.

Geschrieben von Stephan Depta

Seit knapp 10 Jahren beschäftigt sich Stephan Depta schon mit Ernährung und den Auswirkungen von gesundem Essen auf den menschlichen Körper. Er ist zudem begeisterter Sportfan und immer auf der Suche nach Neuigkeiten zum Thema Ernährung und Fitness.

Die hier dargestellten Inhalte werden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und sind lediglich zur allgemeinen Weiterbildung und für interessierte Leser zur Fortbildung gedacht. Sie stellen keine Behandlungsempfehlung dar, noch sind sie als Diagnose- oder Therapieanweisung zu verstehen. Die Inhalte erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit der dargestellten Informationen. Ebenfalls ersetzen die Inhalte keine Beratung durch einen Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker und dienen nicht als Grundlage zur Eigendiagnose. Bei Verdacht auf eine Erkrankung konsultieren Sie immer den Arzt Ihres Vertrauens. Essen-Gesundheit und seine Autoren übernehmen keine Haftung für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die direkt oder indirekt aus der Anwendung der hier dargestellten Angaben entstehen.
Aktualisiert am: 7. Mai 2018

Kategorien Ernährung

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.

Sidebar - Gesunde Ernährung